Kleine Veränderungen machen mich glücklich 

Eine äußerliche Veränderung wirkt sich positiv auf meine Stimmung aus. Das habe ich schon oft festgestellt und doch fällt es manchmal sehr schwer sich für eine Veränderung zu entscheiden.

Mein Kleiderschrank bekommt einen neuen Anstrich

Während ich mit meinem Bandscheibenvorfall viel im Bett gelegen habe, hatte ich zwangsläufig den Blick auf meinen Kleiderschrank gerichtet. Einen alten schönen Bauernschrank, den ich von meinen Eltern gerbt habe. An dem Schrank hängen Erinnerungen, ich habe mich an ihn gewöhnt und er würde mir fehlen, stünde er nicht mehr da. Aber ehrlich gesagt gefällt er mir nicht mehr so richtig. Das gleiche gilt für unser schönes altes Küchenbüfett. Es steht schon seit 26 Jahren in unserer Küche und ist mächtig dunkel geworden. Ich kann das viele Holz nicht mehr sehen.  

Und je mehr ich darüber nachdenke, umso klarer wird mir: Ich brauche eine Veränderung! Ich brauche nicht lange zu recherchieren, schon bald finde ich tolle Ideen, wie man mit ein wenig Farbe alte Möbel auffrischen und verschönern kann. 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Aber ich gebe es zu, gleichzeitig kam die Angst. Was ist, wenn es nicht schön aussieht? Was, wenn ich es bereue? Den Schrank wieder abzuschleifen ist wahnsinnig viel Arbeit oder teuer, wenn man es machen läßt.

Vielen Menschen geht es so, wenn sie eine Entscheidung treffen müssen. Veränderungen, mögen sie noch so klein sein, machen erst mal Angst. Das, was wir kennen, gibt uns Sicherheit. Nicht umsonst gibt es den viel zitierten Spruch: “Der Mensch ist ein Gewohnheitstier”!  Routine im Alltag kann vieles einfacher machen und gibt uns das Gefühl von Beständigkeit und Kontinuität. Aber ab und zu ist es wichtig die eigene Komfortzone zu verlassen. Etwas in unserem Leben verändern zu wollen, bedeutet mutig zu sein. 

Ich zeige meine Ideen meinem Lebensgefährten und nach einer gewissen Bedenkzeit sind wir uns einig, dass wir unsere beiden Schränke, so wie sie sind, nicht mehr mögen. Im Internet finde ich einen Online Shop, wo wir sogenannte Kreidefarben bestellen. Mein Kleiderschrank bekommt einen lindgrünen Anstrich und das Küchenbüffet wird blau – weiß gestrichen. Interessant ist, dass alle, ja wirklich alle Menschen in unserem Umfeld uns davon abgeraten haben die “schönen Naturholz – Möbel” zu streichen. Das Holz sei so schön und passe perfekt zu unserer übrigen Einrichtung. 

Trotz zweifel greifen wir zu Pinsel

Wir habe es trotzdem gewagt und ich muss zugeben, es war viel Arbeit – Arbeit, die sich gelohnt hat. Vom ersten Pinselstrich an habe ich ein Kribbeln und eine Vorfreude gespürt, wie sonst vielleicht beim Geschenke auspacken. Das Ergebnis macht mich einfach glücklich! Die Möbel haben nicht nur ein anders Aussehen bekommen, sie erstrahlen im neuen Ganz und geben der Küche, sowie meinem Zimmer eine ganz andere Ausstrahlung. Jetzt sind auch alle anderen begeistert. 

Leben mit dem Wunsch nach veränderung

In meinem Leben hat es immer viele kleine und große Veränderungen gegeben. Für mich ist es extrem wichtig flexibel zu bleiben. Ich habe wenig Angst vor Neuem, sondern suche Veränderungen und Herausforderungen. Nur so habe ich das Gefühl mich weiterentwickeln zu können. Das schlimmste für mich ist Stillstand. Ich könnte niemals zehn oder zwanzig Jahre lang in mit der immer gleichen Einrichtung leben. Schon als Jugendliche habe ich es geliebt alle paar Monate die Möbel in einem Zimmer umzustellen.  

So ähnlich geht es mir auch mit meinem Outfit, an dem ich sehr häufig etwas ändere. Oft waren es meine Haare, die ich mal lang, mal kurz, mal blond oder rot gefärbt getragen habe. Ich will euch ein Beispiel geben: Jahrzehntelang habe ich Kontaktlinsen getragen, bis ich eine Unverträglichkeit entwickelt und eine Augenentzündung bekam. Ich wollte keinen Fremdkörper mehr im Auge haben und entschied fortan eine Brille zu tragen. Weil ich so stark kurzsichtig bin, war es nicht leicht eine passende Brille zu finden. Bedauerlicherweise musste ich feststellen, dass meine schönen blauen Augen hinter den Brillengläsern verschwanden.

Trotzdem, der Entschluss stand fest, eine neue Brille musste her. Allerdings fand ich jetzt mit der Brille und meinem Pagenschnitt sah ich doch etwas bieder aus. Zuerst ließ ich die Haare wachsen und färbte sie Henna – rot. Die kleinen Zöpfen und die Brille dazu standen mir gut. Nach einer Weile kam ich mir aber kindisch vor mit den Zöpfen und so kam es zu meinem Kurzhaarschnitt. Das war eine eher größere Veränderung, die mich bis heute glücklich macht. 

eine ernährungsumstellung ist eine Herausforerung

Eine ebenso große Veränderung in meinem Leben, die oft belächelt oder sogar kritisiert wird, war die Entscheidung zu einer veganen Ernährung. Nicht selten musste ich mich dafür rechtfertigen, weshalb gemeinsame Mahlzeiten mit Freundinnen und Familie anstrengend wurden. Die Erfahrungen, die ich während der Umstellung und seitdem gemacht habe, möchte ich aber nicht missen. Ich habe durch die vegane Ernährung viel über Lebensmittel und Lebensmittelproduktion gelernt, habe alle meine Kochgewohnheiten geändert und bin achtsamer im Umgang mit Nahrungsmittel geworden. Der Veganismus hat bewirkt, dass sich mein Lebensstil langsam verändert, weil ich meinen Focus immer mehr auf Nachhaltigkeit lege. 

Veränderungen machen glücklich! Nachlesen kann ich das in vielen Beiträgen aus der Psychologie oder der sogenannten “Glücksforschung”. Die Diplom-Psychologin und Buchautorin Dr.Daniela Blickhan schreibt: 

“Unser Gehirn mag Neues, speziell dann, wenn es mit positiven Emotionen verbunden ist. Dann wird Dopamin ausgeschüttet, das ,Vorfreude-Hormon‘. Und das führt wiederum dazu, dass unsere Bereitschaft steigt, Neues auszuprobieren und zu erkunden. So wächst unsere Motivation ganz von selbst und es kommt eine Aufwärtsspirale in Gang.“ 

(Quelle: https://www.fitbook.de) 

was hat das mit Fibromyalgie zu tun?

Und genau diese Aufwärtsspirale ist für mein Leben von großer Wichtigkeit. Durch meine chronische Krankheit, den dauernden Schmerzen und der Tatsache, dass die Fibromyalgie unheilbar ist, befinde ich mich oft emotional in einer Abwärtsspirale. Es ist ein täglicher Kampf mich nicht unter kriegen zu lassen. Mich den Schmerzen zu überlassen und dabei eine fürchterliche reale Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Zukunft zu entwickeln, ist mehr als normal, da sich die Schmerzen, sowie verschiedene andere Symptome der Fibromyalgie kaum lindern lassen. Habe ich eine gute Phase, wächst die Hoffnung eine dauerhafte stabile Situation geschaffen zu haben, in der ich gut mit der Fibromyalgie leben kann, ereilt mich der nächste schwere Schub. Habe ich dem nichts entgegen zu setzten, dann fühle ich mich gänzlich verloren.  

Über meine kleinen Projekte und durch Veränderungen, die mich glücklich und stolz machen, gelingt es mir für einen Moment meine Schmerzen zu vergessen. Das ist ein wichtiger Ausgleich und trägt wesentlich zu meinem Wohlbefinden bei. 

Im Moment bin ich jeden Tag glücklich über unser Werk. Jedesmal, wenn ich in die Küche gehe, bekomme ich eine Gänsehaut und mein Herz macht einen Hüpfer, weil ich das Küchenbuffet so schön finde!