Wirkung der Cannabis Therapiewie geht es mir inzwischen?

Meine Erfahrungen mit Cannabis gehen in die zweite Runde. Seit Anfang September nehme ich Cannabis in Form von Kapseln gegen meine Schmerzen. Darüber habe ich ausführlich in meinem ersten Beitrag über die Cannabistherapie berichtet. Seit gestern nehme ich zusätzlich Dronabinol in Form von Tropfen zu mir. Tropfen lassen sich in der Apotheke leichter herstellen und können außerdem feiner dosiert werden. Meine Tagesdosis liegt bei 0,25 mg bis 0,33 mg morgens und 0,25 mg abends. Bisher kann ich noch keine durchschlagende Wirkung festgestellt. Eine Reduzierung der Schmerzen hat noch nicht stattgefunden. Die Wirkung ist subtil wahrnehmbar und lässt sich nicht so leicht beschreiben.

Seitdem ich das Dronabinol nehme, bin ich insgesamt ruhiger und ausgeglichener geworden. Ich habe neuerdings des öfteren das Gefühl von Leichtigkeit, was ich wirklich schon lange nicht mehr hatte. Bedauerlicherweise wird der Erfolg der Cannabistherapie durch meine akuten Schmerzen in der Halswirbelsäule und der rechten Schulter getrübt. Da ich so heftige Schmerzen hatte, habe ich zusätzlich zu dem Dronabinol diverse andere Schmerzmittel genommen. Nun, nach ungefähr sechs qualvolle Wochen,  bin ich quasi schmerzfrei, was die Schulter betrifft. Ich bin davon überzeugt, dass die Wirkung der Schmerzmittel durch das Cannabis positiv beeinflusst wurden und mir schneller geholfen haben. Den nächsten Tagen werde ich die Schmerzmittel alle wieder herunterfahren und absetzen. Bin gespannt wie es mir dann dabei geht.

Jedenfalls kann ich jetzt, nach nicht mal einem Monat sagen, dass die Cannabistherapie bisher erfolgreich war. Zumal ich noch andere kleine Veränderung wahrgenommen habe. In der letzten Woche war ich etwas erkältet und war mir sicher eine heftige Blasenentzündung zu bekommen. Erstaunlicherweise habe ich die Symptome allein durch Homöopathie Hausmittel lindern können und habe keine richtige Erkältung bekommen. Das grenzt fast schon an ein Wunder und ich bin überzeugt, dass das Cannabis mir dabei geholfen hat.

Seitdem ist so fürchterlich kalt geworden ist, bemerke ich auch eine Veränderung. Normalerweise habe ich im Herbst große Schwierigkeiten mit der beginnenden Kälte und bekomme oft einen heftigen Schmerzschub. Der blieb allerdings bisher aus. Das fühlt sich für mich im Moment einfach grossartig an.

Ganz großartig habe ich mich allerdings gefühlt, als ich letzte Woche zu einem Live Konzert gegangen bin. Das ist für mich ein ganz besonderes Ereignis gewesen, weil ich in den letzten Jahren wegen der Fibromyalgie kaum in der Lage war Konzerte in vollständiger Länge zu genießen. Allein die Umstände können mich stark belasten. Ein überfüllter Raum, schlechte Luft und die Lautstärke der Musik, das sind so viele Reize, die mich sehr schnell überfordern und weshalb ich entweder erst gar nicht zu einem Konzert gehe, oder mich im Ausgangsbereich aufhalte, damit ich jederzeit wieder gehen kann. Dieses Mal stand ich ganz vorne an der Bühne, mit Blick auf die Sängerin  Sophie Hunger und war einfach nur glücklich. Ich habe mich der Musik und den Texten hingegeben, bei bestimmten Songs eine Gänsehaut bekommen und habe alles um mich herum vergessen. Das Konzert war super schön , spitzen Musiker, super Texte und ein tolles Publikum.  Nach dem Konzert habe ich dann natürlich schon die Anstrengung gespürt, aber die Nachwehen hielten sich in Grenzen.

Ich weiß nicht ob ich mir das alles einbilde, aber wenn ich an die letzten Monate zurückdenke, in denen ich noch das Opiat gegen meine Schmerzen genommen habe, dann kann ich sagen, es geht mir 100% besser. Nein das ist untertrieben, es geht mir 200% besser. Und sollte ich mit der Cannabistherapie mehr und mehr das Gefühl von Schmerzfreiheit und Leichtigkeit gewinnen, dann bin ich der glücklichste Mensch den ihr euch vorstellen könnt.

Meine Ärztin hat mir empfohlen die Dosis nicht zu schnell zu erhöhen, damit sich der Körper langsam an das Cannabis gewöhnt. Ich vertraue meiner Hausärztin voll und ganz und lasse mich auf ein ganz langsames Tempo ein. Wie ich schon in meinem vorangegangenen Beitrag beschrieben habe, gehöre ich nicht den geduldigen Menschen. Aber irgendwie ist das jetzt anders. Ich habe tatsächlich das Gefühl, das in meinem Körper ganz ganz langsam eine Veränderungen stattfindet. Das finde ich super spannend und habe ich bisher noch mit keinem Medikament erlebt. Mit Sicherheit werde ich noch einige Zeit benötigen die richtige Dosierung zu finden. Außerdem würde ich gerne einen Vaporizer ausprobieren. Da ich gelesen habe, dass es auch medizinische Vaporizer gibt, die von der Krankenkasse finanziert werden, möchte ich in den nächsten Tagen mit meiner Krankenkasse telefonieren. Falls das klappen sollte, werde ich euch selbstverständlich davon berichten.