Letztes Wochenende habe ich mir einen langersehnten Wunsch erfüllt: Ich bin mit meiner ganzen Familie nach Polen in das abgelegene Dorf Gajowka gefahren, um dort gemeinsam meinen Geburtstag zu feiern. In Gajowka habe ich über Jahre mit meinen Kindern Urlaub gemacht, allerdings waren wir noch nie in der heutigen Konstellation dort. Mein Sohn war mehr als zehn Jahre nicht mehr in Gajowka. Es war wunderbar sich gemeinsam hier an alte Zeiten zu erinnern, Anekdoten zu erzählen, unserer Spiellust zu frönen, zu grillen und wie damals ein Lagerfeuer zu machen. Auch unser Ausflug zum Schloss Stonsdorf war traumhaft schön.
Ein rundherum gelungenes Geburtstagsfest über drei Tage, welches wir alle sehr genossen haben und mich überglücklich gemacht hat!

Mir wurde wieder mal bewusst, wie wichtig mir meine Familie und unser Miteinander ist. Im Alltag vergesse ich manchmal, dass meine Familie eine meiner wichtigsten Ressource ist, die mir hilft mit meiner Fibromyalgie zurecht zu kommen.

Vielen Dank ihr lieben Menschen!

Drei Tage später kam ein weiters Geschenk ins Haus geflattert: die Genehmigung für die Kostenübernahme einer Cannabistherapie von meiner Krankenkasse!
Damit hatte ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Vor etwa fünf Wochen saß ich im Wartezimmer meiner Physiopraxis und blätterte in einer “Vital” Zeitschrift. Ich stieß auf einen Artikel über die Cannabistherapie und bekam eine für mich wichtige Info: Jeder Arzt, auch der Hausarzt, kann das Rezept für ein Cannabis Medikament ausstellen. Das war mir nicht bekannt. Denn als ich vor einigen Monaten meiner Schmerzärztin wegen einer Cannabistherapie ansprach, war ich ziemlich frustriert, weil sie das vehement abgelehnt hat.

Wieder zuhause rief ich meine Krankenkasse an. Eine Sacharbeiterin erklärte mir ausführlich die nötigen Voraussetzungen für eine Cannabistherapie und stellte mir verschiedene Fragen zu meiner Erkrankung. Anschließend versprach sie mir einen Fragebogen zuzusenden, der von meiner Ärztin auszufüllen sei. Danach habe ich mit meiner Hausärztin gesprochen, die bereit war mir mit dem Antrag auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu helfen. Wir haben das Procedere besprochen und sie hat mir erklärt worauf es besonders ankommt, damit der Antrag bewilligt werden kann. Allerdings meinte sie auch, dass ich mir nicht zu viel Hoffnung machen solle, da die Krankenkassen sehr akribisch prüfen, ob es nicht doch ein Medikament gibt, welches ich noch nicht genommen habe.

Tatsächlich bekam ich zwei Tage später Post von der TK mit dem besagten Fragebogen für meine Ärztin. Die wichtigsten und umfangreichsten Fragen habe ich selber auf einem extra Blatt beantwortet, so dass meine Ärztin in den Fragebogen nur noch „siehe Anlage“ schreiben musste. Auf diese Weise habe ich ihr Arbeit angenommen und ich hatte die Möglichkeit ausführlich darzulegen dass ich „austherapiert“ bin. So nennt sich der Zustand, der die Voraussetzung für die Kostenübernahme ist. Nur wenn bewiesen ist, dass die bisher angewendeten Therapien unwirksam waren und starke Nebenwirkungen verursacht haben, können die Ärzte eine Behandlung mit Cannabis empfehlen.

Dazu müssen die gesamte Krankheitsgeschichte und alle Therapieversuche ausführlich beschrieben werden. Ich habe allein zwei ganze Tage gebraucht, um eine Liste aller Medikamente, deren Unwirksamkeit auf meine Schmerzen und die Beschreibung der Nebenwirkungen zusammen zu stellen. Insgesamt habe ich im Laufe der Zeit mehr als zwanzig verschiedene Medikamente aus dem Bereich der Schmerztherapie genommen. Hierbei ist es wichtig wirklich alle Medikamente, auch die Rezeptfreien gegen Schmerzen, wie Ibuprofen und Paracetamol aufzulisten und möglichst den Zeitpunkt und Zeitraum anzugeben.

(am Ende dieses Beitrags findest du meine Liste aller Medikamente)

Des weiteren habe ich eine sogenannte „Krankheitsvita“ beigefügt. Diese habe ich schon vor einiger Zeit geschrieben und ich kann jedem nur empfehlen das auch zutun, denn sie kann sehr hilfreich bei diversen Anträgen sein und gleichzeitig ist es eine Möglichkeit sich mit der Erkrankung auseinander zu setzen. Zum Schluss habe ich Literatur zu dem Thema „Cannabistherapie und Fibromyalgie“ im Internet gesucht, ausgedruckt und dem Antrag beigefügt. Mit diesem Paket bin ich wieder zu meiner Ärztin, die den Antrag vervollständigt und zum Medizinischen Dienst geschickt hat.

Nur wenige Tage danach hat der Medizinische Dienst mich für austherapiert erklärt und eine Empfehlung für eine Cannabistherapie ausgesprochenen! Die erste Hürde war somit geschafft und gleichzeitig fragte ich mich unsicher: „WiewirddieKrankenkassewohlentscheiden?WirdsiedieKosten übernehmen?“

Als einige Tage später der Brief von der TK eintrudelte, habe ich ihn mit zittrigen Händen geöffnet und mich wahnsinnig gefreut, als ich fettgedruckt das Wort „Genehmigung“ las. Innerhalb von nur drei Wochen ist mir etwas gelungen, von dem ich glaubte es nie bekommen zu können. Ich bin überglücklich und total gespannt, wie sich das Cannabis auf meine Schmerzen auswirkt.

Endlich habe ich wieder Hoffnung auf eine Schmerzlinderung. Selbstverständlich halte ich euch hier auf meinem Blog auf dem laufenden und gebe meine Erfahrungen weiter. Wer noch Fragen zu dem Thema hat oder Tipps braucht, kann mir gerne schreiben. Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Liste aller Medikamente:
Iboprufen 400 Filmtabletten: Linderung von Kopfschmerzen in Kombination mit Paracetamol;
Nebenwirkung: Magenschmerzen und nach dauerhafter Einnahme Kopfschmerzen
Dosierung: von 1981 bis 2015 bei Bedarf max. 3-4 Tabletten am täglich
Paracetamol 1000 mg Zäpfchen: Linderung von Kopfschmerzen in Kombination mit Ibuprofen;
keine Linderung der Ganzkörperschmerzen; Nebenwirkung: Schwindel,
Konzentrationsschwierigkeiten, bei ständiger Einnahme Kopfschmerzen
Dosierung: seit 1998 bei Bedarf max. 2 Zäpfchen täglich
Novalminsuflon 500 mg/ml Tropfen: anfangs leichte Schmerzlinderung für eine Dauer von 15 bis
20 Minuten, Wirkung hat nach einigen Wochen nachgelassen; keine Wirkung und keine
Nebenwirkung
Dosierung: von 2007 – 2015; bei Bedarf 25 – 30 Tropfen 4 – 5 mal täglich
ASS 100mg Hexal: hat mir in meiner Jugend bei Kopfschmerzen geholfen, aber die Wirkung ließ
irgendwann nach; Nebenwirkung: Magenschmerzen und Verdauungsprobleme
Dosierung: 1981 – 2000; bei Bedarf 3- 5 mal täglich
Dicloflenac (Diclo Dispers): anfänglich Linderung von starken Rückenschmerzen und
Verspannungen im Schulter – Nacken – Bereich; nach einigen Wochen dauerhafter Einnahme ließ
die Wirkung nach gelassen; Nebenwirkungen:Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
Dosierung: bei Bedarf 3 – 4 Tabletten täglich
Naproxen AL 250/500 mg: keine Linderung der Ganzkörperschmerzen; Nebenwirkung:
Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit
Dosierung: 2013; täglich
Amytriptilin neuraxpharm 40mg/ ml: die ersten drei Wochen dauerhaft Schwindel,
Kopschmerzen, Übelkeit, Durstgefühl, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Benommenheit,
Kreislaufprobleme; Nebenwirkungen ließen nach ein – bis zwei Wochen nach; anfänglich
Schlaffördernd; Wirkung hat nach ca. einem halben Jahr nach gelassen, weshalb die Dosis
suggsessive erhöht wurde
Dosierung: 2000 – 2007; anfänglich 7 Tropfen täglich, am Ende 25 Tropfen täglich und seit Juni
2018; 15 Tropfen täglich
Trimipramin neuraxpharm Lösung: Schlaffördend, beruhigend, wenig schmerzlindernd;
Nebenwirkungen: Schwindel, Kopschmerzen, Übelkeit, Durstgefühl, Mundtrockenheit,
Schläfrigkeit, Benommenheit; Wirkung hat nach ca. einem halben Jahr nach gelassen
Dosierung: 2012 – 2013; täglich 1 Tablette
Doxepin 25 mg 1A: schlaffördernd; Nebenwirkung: Schwindel, Kopschmerzen, Übelkeit,
Durstgefühl, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit; Wirkung hat nach ca. einem halben Jahr nach gelassen
Dosierung: 2014 – bis heute
Pregabalin /Lyrica 100 mg Hartkapseln: Schlaffördernd, keine Schmerzlinderung; Nebenwirkung
appetitsteigernd, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Durstgefühl, Augenbrennen, Vermehrte
Tränenflüssigkeit, Kreislaufprobleme,
Dosierung: 2007 – 2010 und 2017 – 2018; 2 Tabletten täglichKatadolon S long: keine Schmerzlinderung, keine positive Wirkung; Nebenwirkung: Müdigkeit,
Kopfschmerzen, Verstopfung, Hautausschlag
Dosierung: 2012; 3 mal täglich
Musaril Filmtabletten: keine Schmerzlinderung; Nebenwirkung: Benommenheit,
Kreislaufprobleme, depressive Verstimmung, Mundtrockenheit, Atemnot
Dosierung: 2012; täglich
Stangyl Tropfen: keinerlei Wirkung; Nebenwirkung: Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen
Dosierung: 2012, täglich 50 Tropfen
Ortoton Filmtabletten: anfänglich leichte Schmerzlinderung; Wirkung ließ nach ein – zwei
Wochen nach; keinerlei Wirkung und keine auffälligen Nebenwirkungen
Dosierung: 2017; bei Bedarf 1-5 Tabletten täglich
Tramaldol 50 mg Retardtkapseln: anfänglich schlaffördernd; keine Schmerzlinderung; in ersten
Wochen starke Nebenwirkung, wie Schwindel, Überlkeit; Müdigkeit; wurden mit der Zeit weniger;
Dosierung: 2012 – 2013; täglich 3 Tabletten
Tillidin comp. Stada 200 mg/ 16 mg Retardtabletten: die ersten drei Wochen schlimme
Nebenwirkung (es hiß, der Körper gewöhnt sich daran); Gefühl von mehr Leichtigkeit; keine
Schmerzlinderung; Wirkung ließ nach einigen Wochen nach; die Nebenwirkungen blieben:
Schwindel, Kopschmerzen, Übelkeit, Durstgefühl, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Augenzucken,
Tränende Augen; verschwommenes Sehen, Gedächtnissstörung, Benommenheit, Depression,
Übelkeit und Schweißausbrüche
Dosierung: 2014
Oxycocomp ratiopharm 5mg/2,5 mg – 20 mg/ 10 mg: Gefühl von mehr Leichtigkeit; keine
Schmerzlinderung; Wirkung ließ nach einigen Wochen nach; Nebenwirkungen: Schwindel,
Kopschmerzen, Übelkeit, Durstgefühl, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Augenzucken, Tränende
Augen; verschwommenes Sehen, Gedächtnissstörung, Benommenheit, Depression, Übelkeit und
Schweißausbrüche
Dosierung: Feb. 2018 – Juni 2018; 3 Tabletten täglich
Sumatriptan aurobindo 50 mg: Linderung bei starken Kopfschmerzen und Migräne;
Nebenwirkung: starke Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit
Dosierung: 2015 – bis heute; bei Bedarf 1-3 Tabletten täglich
Levodopa Benseradzid neuraxpharm 100 mg/25 mg Tab.: gegen Restless Leggs Syndrom;
Wirkung zu Beginn sehr gut; hat nach etwa zwei Jahren nach gelassen; keine Nebenwirkung
Dosierung: seit 2012 bis heute; 1 Tablette täglich
Pramipexol neuraxpharm 0,35 mg Tabl.: gegen Restless Leggs Syndrom; Wirkung sehr gut;
keine Nebenwirkung
Dosierung: seit 2015 bis heute; tägl. 1 Tablette
Adratel 0,5 mg Filmtabletten: gegen Restless Leggs Syndrom; mäßige Wirkung; Nebenwirkung:
Übelkeit,
Dosierung: 2014; täglich 1 TabletteDopadura C 100/25 mg retard Tabl.: gegen Restless Leggs Syndrom; hat zunächst gut geholfen,
Wirkung ließ nach, schlaffördernd; keine Nebenwirkung
Dosierung: 2012 – 2014; täglich 1 Tablette

Liste aller flanzlichen und homoöpathischen Mittel:
Teufelskralle
Baldrian
Johanniskraut
Weidenrinde
Rhus Toxidondron Globoli
Olibanum Globoli
Phospherus
Bryonia
Mistel
Aurum Metallicum

Alternative und naturheilkundliche Mittel:
Kneip Güsse
Schröpfen
Akupunktur
Akupressur
Wärmetherapie (Sauna, Infrarot, warme Wickel)
Heilfasten
Bewegungstherapie
Entspannungsübungen (autogenes Training, Meditation, Qigong und Yoga)
Ernähungsumstellung
Physiotherapie