Essen, das ist ein großes Thema in meinem Leben!

Essen kann mich glücklich und ebenso ganz unglücklich machen.

Essen bedeutet für mich Genuss, Lebensfreude, Geselligkeit, Vergnügen. Ein schön gedeckter Tisch, der Duft von gutem Essen, ein Glas Wein und um mich herum freundliche Menschen, die das genauso genießen können wie ich: das macht mich glücklich! Lachen, essen, trinken, reden und zuhören – diese Momente liebe ich. Ich finde ein gemeinsames Essen in guter Atmosphäre kann Frieden und Freundschaft schaffen, kann einen Raum bieten, in dem eine gewisse Gelassenheit entstehen kann und Konflikte oder Streit nebensächlich werden. Wenn mir das gelingt mit Freuden oder meiner Familie, dann bin ich glücklich!

Essen macht mich aber gleichzeitig häufig schrecklich unglücklich. Ich bin in einem Supermarkt groß geworden und habe mich als Kind stets durch die Regale gegessen. Seit dem habe ich diese ungeliebte Angewohnheit ständig zu essen. Ich esse zu viel und oft Lebensmittel, die mir nicht gut tun. Die Konsequenz ist, dass mir schlecht wird und ich entsetzliche Bauchschmerzen bekomme.

Ich bin wütend über mich selbst, über meine Unbeherrschtheit. Und ich bin wütend auf meine Krankheit Fibromyalgie, die mich in meiner Lust zu essen immer wieder ausbremst.

Mit der Fibromyalgie geht oft ein ReizdarmSyndrom einher und das macht auch diese Symptome. Mein Bauch bläht sich auf, steht hervor und ich sehe aus, als sei ich im dritten Monat schwanger. Allen Beteuerungen von Freundinnen und Bekannten, das sähe man gar nicht, schenke ich keinen Glauben. Denken sie ich sehe nicht die Blicke, mal wohlwollend, mal kritisch?

Dieser Blick sagt entweder: “Wie schön, sie erwartet ein Baby!” – dieser Blick kommt meistens von schwangeren Frauen oder Müttern, die sich gleich mit mir solidarisieren, schlimmer noch UNTERHALTEN wollen! Oder der Blick sagt: “In dem Alter noch ein Kind bekommen…das ist aber sehr riskant!” Dieser Blick kommt meistens von Menschen, die sich nicht UNTERHALTEN möchten. Mich machen diese Blicke immer nur unglücklich. Oder ist es viel mehr mein kritischer Blick in den Spiegel, den ich nicht mag ?

In all meinen Klinikaufenthalten und in etlichen Arztgesprächen wurde mir immer wieder versichert, dass meine Probleme mit meinem Bauch etwas mit der Fibromyalgie zu tun haben. Damit meine ich die vielen Symptome, die typisch für ein Reizdarmsyndrom sind, und den fast dick erscheinenden Bauch, der sich vorwölbt. Mich würde es sehr interessieren, ob es anderen Menschen mit der Diagnose Fibromyalgie auch so geht. Und vor allem interessiert mich die Frage: wie geht ihr damit um?

Durch Zufall bin ich vor etwa drei Jahren auf die ersten Kochbücher mit veganen Rezepten gestoßen und weil mich die Rezepte und die Idee dahinter neugierig gemacht haben, fing ich an vegan zu kochen. Inzwischen bin ich total begeistert.

Die Idee vegan zu leben setzten wir mehr und mehr um, wobei wir häufig  noch Ausnahmen machen. Was mich am meisten begeistert ist die Tatsache, dass ich das erste mal im Leben meine Schmerzen im Bauch und im Unterleib reduzieren konnte!