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Ordnungstherapie – Therapie bei Fibromyalgie?

Mit Fibromyalgie kann die Ordnungstherapie helfen

Die Ordungstherapie kommt aus der Naturheilkunde und soll den Teilnehmer*innen, zum Beispiel Menschen mit Fibromyalgie, zu einer gesunden Lebensweise, wie einen ausgeglichenen Tagesablauf, in dem sich Aktivität und Entspannung abwechseln, eine gesunde Ernährung und unterschiedliche Ritualen im Alltag verhelfen. Ich habe die Ornungstherapie in der Tagesklinik im Immanuel Krankenhaus Berlin am Wannsee kennen gelernt. Dort habe ich 2015 an einem mehrwöchigem Programm namens  MBM – Ordungstherapie teilgenommen.  

Morgenseiten schreiben – ein Bestandteil der Ordnungtherapie

Ein Bestandteil der Ordungstherapie sind die sogenannten Morgenseiten. Die Technik kommt ursprünglich aus dem Bereich Kreatives Schreiben und ist eine Methode, die gerne von Autoren und Journalisten genutzt wird, um den eigenen Schreibfluss zu fördern. Sie ist aber ebenso dazu geeignet sich selbst besser kennen zu lernen. Eine Methode, die es mir ermöglicht mich mit meinen Gefühlen auseinander zu setzten.  Gleich nach dem Aufstehen meine Empfindungen und Gefühle und vielleicht auch Erinnerungen an Träume aufzuschreiben, kann sehr hilfreich und aufschlussreich sein.

Seit dem ich das Morgenseiten schreiben kennen gelernt habe, beginne meinen Tag immer mit meinem täglichen Ritual. Ich schreibe meine Morgenseiten und halte dabei die empfohlenen Regeln ein. Die Regeln lauten:

  • gleich nach dem Aufstehen schreiben
  • über Probleme und belastende Erlebnisse schreiben (es können auch kleine Probleme sein)
  • schreiben was ich fühle und warum ich mich so fühle
  • schreiben, ohne auf Grammatik, Fehler oder Stil zu achten
  • jeden Tag 15 min. ohne Unterbrechung schreiben
  • an einem ruhigen Ort schreiben, an dem man sich ungestört fühlt

Fibromyalgie und Ordnungstherapie

Mir ist es gelungen viele der erlernten Bestandteile aus der Ordungstherapie in meinen Alltag zu integrieren und insgesamt hat das eine positive Wirkung auf die Fibromyalgie. Die Morgenseiten zu schreiben ist mir besonders lieb geworden.

Seitdem ich meine Morgenseiten schreibe, bin ich mir über viele belastende Dinge in meinem Leben bewusst geworden und konnte Probleme mit mehr Klarheit und zielstrebiger angehen. Das gilt für mein zwiespältiges Verhältnis zu meiner Mutter und ebenso für meinen Umgang mit meinen Schmerzen. Nicht selten wird mir beim Schreiben klar, was ich gerade brauche: Nähe oder Distanz, Wärme oder Kälte, Ruhe oder Aktivität. Manchmal schmeiße ich nach dem Schreiben meine Pläne für den Tag um, weil meine Tagesform, mein emotionaler Zustand etwas anderes fordert als mein Kopf.

Wie mein Tag beginnt

Es ist sechs Uhr morgens und ich liege in der Hängematte, trinke meinen Kaffee und bin noch im Halbschlaf. Für gewöhnlich werde ich um diese Uhrzeit wach, obwohl ich gerne noch länger schlafen würde. Meine Fibromyalgie weckt mich jeden morgen, rüttelt an all meinen Gliedern, kneift und drückt mich solange, bis ich nicht mehr liegen bleiben kann. 

Mein Blick schweift zum Fenster. Ich schaue ins Grüne, bewundere meine Blumen und Pflanzen und freue mich über die prallen Blüten und das saftige Grün. Vor allem mein Basilikum wächst und gedeiht – ich kann schon wieder bald ein Pesto daraus machen. Die Sonne scheint und die Mauersegler ziehen pfeifend am Fenster vorbei. Ich liebe die Mauersegler, sie sind für mich ein Ausdruck von Sommer und Freiheit. Und ich liebe unsere Wohnung, ein Ruheort und Nest, in dem ich mich absolut geborgen und wohl fühle. Hier kann ich alles finden, was ich brauche, um mein Leben mit Fibromyalgie hin zu bekommen.

Mein Blick geht zurück zu meinem Notitzbuch und ich beginne zu schreiben. Ich mache keine Pause, sondern schreibe, schreibe und schreibe….

Für mich ist das Schreiben von Morgenseiten eine Art Selbsttherapie und ich kann es jedem Menschen mit chronischen Schmerzen wärmstens empfehlen!

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