Fibromyalgie – Schmerzen in den Füßen

Meine Füße wollen mich nicht tragen

Schmerzen in den Füßen gehören zu der Erkrankung Fibromyalgie dazu, wie die Dauerschmerzen in einzelnen Muskelpartien und dem Gefühl ständig einen schlimmen Muskelkater zu haben. Viele Betroffenen berichten von massiven Schmerzen in den Füßen und davon, dass es kaum Schuhe gibt, die den Schmerz nicht verstärken. In der Nacht kann ein brennender heißer Schmerz den Schlaf stören und morgens sind die Füße geschwollen. Diese Beschwerden kennen ich gut, sie begleiten mich seit meiner Jugend.

Seit einigen Wochen ist der Schmerz in meinen Füßen und vor allem in den Fußsohlen immer heftiger geworden. Menschen mit Fibromyalgie erleben oft, dass die Fibromyalgieschmerzen nicht gleichbleibend sind, sondern relativ willkürlich durch den Körper wandern. Diese sogenannte „Wanderschmerzen“ ist immer andere Körperregionen besonders schmerzhaft, meist über Wochen oder Monate. Mal ist es der Rücken oder die Schultern un der Nacken, dann sind es die Hände und Arme und jetzt sind es meine Füße.

Wenn ich morgens auf stehe, kann ich kaum auftreten. Die ersten Schritte sind wahnsinnig schmerzhaft und eine Art Taubheitsgefühl in den Fußsohlen gibt mir das Gefühl auf Eiern zu laufen. Schwankend und unsicher bewege ich mich vom Bett zur Toilette. Mein Gleichgewichtssinn scheint auch beeinträchtigt zu sein. Meist wird es nach einigen Schritten besser, jedenfalls denke ich das. Vielleicht ist es aber auch so, dass ich mich jeden Tag neu an den Schmerz gewöhnen muss.

Keine Linderung der Schmerzen in den Füßen

Meine Füße brennen die ganze Zeit wie Feuer und ein pochender nicht nachlassender Schmerz begleitet mich den ganzen Tag. Nachts im Bett unter der Bettdecke ist es besonders schlimm, als wenn die Wärme den Schmerz verstärkt. Also halte ich logischerweise die Füße aus dem Bett, damit die kühle Luft mir Linderung verschafft. Das Laufen wird zu einer Qual, schon ein kleine Sparziergang ist für mich kaum zu schaffen. Es ist mir nicht gelungen Schuhe zu finden, in denen ich einigermaßen schmerzfrei gehen kann. Manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, als auf der Straße meine Schuhe auszuziehen und barfuß nach Hause zu laufen.

Von mindestens zehn verschiedenen Fußcremes, die ich ausprobiert habe, hat nur eine einzige aus Brasilien mir für ein paar Minuten Linderung gebracht. Ich habe basische Fußbäder gemacht, mit einer kleinen Fazienrolle und einem Igelball meine Fußsohlen massiert, ich habe mich auf die Akupressurmatte gestellt und Physiotherapie bekommen. Nichts hat mir Linderung verschafft!

Meine Füße wollen mich nicht mehr tragen!

Auf den Füßen sicher stehen und gehen ist für mich ein Ausdruck von Standfestigkeit. Im Stand finde ich mein Gleichgewicht, wobei die Füße eine tragendende Rolle spielen. Das bemerke ich immer wieder beim Yoga. Auch bei schwierigen Anasas im Stehen, kann ich über die Füße meine Balance finden.

Tanzen, Yoga machen, spazieren gehen, wandern, walken – das alles ist nur unter Schmerzen möglich. Besonders schlimm ist es, wenn ich enge Schuhe trage und je nach Wetter oder Bewegungsart auch tragen muss. Am besten geht es, wenn ich barfuß gehe oder barfuß Yoga mache. Dann entspannen sich die Muskeln beim Gehen langsam und ich habe irgendwann das Gefühl fast schmerzfrei gehen zu können.

Paradox ist, dass die Schmerzen im Liegen oder Sitzen schlimmer werden. Ich kann dem Schmerz nicht entkommen und diese Ausweglosigkeit macht mir am meisten zu schaffen. Gegen den Schmerz ankämpfen ist sinnlos, ebenso der Versuch ihn zu ignorieren.

Ich habe keine Wahl: vertrauensvoll wende ich mich innerlich an meine Selbstheilungskräfte . Wir sind für einige Tage bei meiner Freundin auf dem Land und ich nutze die Gelegenheit in einem großen Garten behutsam und achtsam Schritt für Schritt barfuß zu gehen, meinen Füßen liebevoll die Möglichkeit zu geben sich zu entspannen und sie mit einer kühlenden Fußcreme zu verwöhnen.

Das Barfußlaufen und die vielen unterschiedlichen Sinneswahnehmungen beim Laufen verschaffen mir einen kurzen Moment in dem ich meine Schmerzen vergesse.

Womit ich mich selber trösten kann, ist das Wissen darum, dass die Schmerzen höchstwahrscheinlich irgendwann plötzlich verschwinden, so plötzlich sie gekommen sind.

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