Fibromyalgie und Therapie

Fibromyalgie – Therapie – eine Frage

Therapie – warum empfehlen viele Ärzte bei der Fibromyalgie eine Psychotherapie?

Ich weiß nicht, wie oft ich das schon von Ärzten gehört habe: „Die Ursache Ihrer Schmerzen sind psychosomatisch und die Grunderkrankung ist eine Depression, die sich bei Ihnen durch Schmerzen äußert und Sie sollzen eine Therapie machen!“  Oder noch schlimmer, die Fibromyalgie wird gar nicht als chronische Erkrankung anerkannt. Dann lautet die Diagnose auch Depression. Vor einem Jahr musste ich aufgrund meines Antrags bei der Deutschen Rentenversicherung auf eine Erwerbsminderungsrente zu einem Gutachter, einem Psychiater. Er nahm sich ausgesprochen viel Zeit, ich war mehr als zwei Stunden in seiner Sprechstunde. Das Ganze fühlte sich allerdings eher an wie ein Verhör und war äußerst unangenehm. Am Ende stand in seinem Gutachten kein Wort über die Fibromyalgie, die Diagnose hat er schlichtweg ignoriert. Statt dessen stufte er mich als schwer depressiv ein und empfahl eine Behandlung mit Psychopharmaka. Danach sei ich auch wieder arbeitsfähig !

Solche Behauptungen machen mich jedes mal einfach nur wütend! Jeder der mich kennt weiß: ich bin ganz und gar kein depressiver Mensch! Und ich habe es satt in diese „Psycho – Schublade“ gesteckt zu werden!!!

Warum es sinnvoll ist eine Therapie zu machen

Warum ich schon oftmals Therapie gemacht habe, hat verschiedene Gründe. In Bezug auf die Fibromyalgie ist das relativ einfach zu erklären. Fibromyalgie ist keine psychosomatische Schmerzerkrankung, wie oft behauptet wird. 1990 ist das Krankheitsbild durch die Klassifikationskriterien des American College of Rheumatology definiert worden und in der WHO unter M 79.70 „exklusiv Fibromyalgiesyndrom“regriestert .  Trotzdem schreiben Ärzt*innen nur „psychosomatisch Schmerzerkrankung“ auf eine Verordnung.

Häufig leiden Menschen mit Fibromyalgie unter einer Depression,weshalb eine Psychotherapie sinnvoll sein kann.

Therapie zur Schmerzbewältigung

Jeder, der in seinem Leben schon mal über einen längeren Zeitraum Schmerzen hatte, weiß wie sehr die Schmerzen sich auf die Psyche auswirken. Schmerzen können Gefühle wie Traurigkeit, Hilflosigkeit und Verzweiflung auslösen. Das weiß Jeder! Und ein Dauerschmerz, wie bei der Fibromyalgie kann zu Depressionen führen. In meinen letzten beiden Therapien habe ich verschiedene Techniken erlernt, die einer Depression entgegen oder vorbeugend wirken. Auf diese Weise habe ich mir inzwischen einen Koffer voll „Handwerkszeug“ gegen depressive Stimmungen zusammen gestellt. Ich kann gar nicht sagen, wie wichtig und wertvoll dieser Koffer für mich geworden ist!

Das Gleiche gilt für den großen Bereich der sogenannten Schmerzbewältigung. Erlernen von Entspannungstechniken und Meditation. Hypnosen und Entspannungsmusik gehören ebenso in meinem Alltag. Auch zu diesen Methoden habe ich durch meine letzte Therapie einen Zugang bekommen. Deshalb will ich an dieser Stelle Mut zur Therapie machen! Die Crux ist nur: man darf sich verdammt noch mal nicht in die „Psycho – Schublade“ stecken lassen. Von Niemanden, auch nicht von der Therapeutin oder den Therapeuten!

Die beste Therapie für mich ever: laut Musik hören und wild tanzen 🙂

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