Fibromyalgie und Heilfasten

Fibromyalgie und Heilfasten – Zeit für mich

Heilfasten – Patienten mit Fibromyalgie profitieren davon

„Mit einer chronischen Erkrankung, wie der Fibromyalgie, sollte man auf keinen Fall fasten. Der Körper und das Immunsystem sind sowieso schon geschwächt und Heilfasten kann zu einer zusätzlichen Belastung werden“. So oder so ähnlich klingen einige Mitmenschen von mir, aber auch Ärzt*innen, wenn sie von meinen Plänen eine Fastenkur zu machen, hören.

Dabei ist inzwischen durch Experten und medizinische Studien belegt, dass sich Heilfasten, also der Verzicht auf Nahrung, positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. Zum Beispiel kann man beobachten, dass sich die Cholesterin – und Harnsäurewerte verbessern, das Immunsystem entlastet wird, der Serotonin – und Dopaminspiegel (auch Glückshormone genannt) steigt, ein zu hoher Blutdruck sinkt stärker als durch Medikamente und der Nahrungsverzicht wirkt entzündungshemmend. Letzteres ist wohl der Grund, weshalb vor allem Rheumatiker und Patienten mit chronischen Schmerzen von der Methode profitieren. Ich bin jedesmal beeindruckt, weil ich allein durch das Fasten eine Schmerzlinderung herbei führen und meine Medikamente reduzieren kann. 

Meine Motivation zu fasten ist nicht nur der Gewichtsverlust, das ist ein angenehmer Nebeneffekt. Ich praktiziere Heilfasten wie gesagt, wegen der Schmerzreduktion und dem Hochgefühl, auch „Fasten – High“ genannt. Das erste mal habe ich im Alter von 24 Jahren gefastet, seit dem faste ich regelmäßig. Eine Freundin berichtete mir damals von ihren Erfahrungen mit Heilfasten. Ich lieh mir das Buch „Wie Neugeboren durch Fasten“ von Hellmut Lützner von ihr und hielt mich genau an die darin beschriebenen Anleitung. Ich erinnere  mich noch genau an dieses erste mal. Ich sah es als eine Herausforderung für mich und ein interessantes Experiment. Die Wirkung war großartig. Schon nach wenigen Tagen fühlte ich mich so kraftvoll und Energie geladen, wie nie zuvor! 

Heilfasten eine Form einer Ernährungstherapie

Heilfasten hat in unserer Gesellschaft keinen großen Stellenwert mehr, obwohl es weltweit in allen Kulturen und Religionen eine Fastenzeit als Reinigungsritual und Katharsis gibt. Die christliche Kultur sieht zum Beispiel eine Fastenzeit beginnend nach Karneval bis Ostern vor. Neben spirituellen Gründen ist aber vor allem der gesundheitlichen Aspekt, der seit jeher Menschen zu einem Nahrungsverzicht gebracht hat.

Manche Experten gehen sogar noch weiter:

„Periodischer Nahrungsverzicht, so die Botschaft, kann nicht nur verjüngen, sondern auch bei Operationen und Chemotherapien zur Heilung beitragen, bei chronischen Erkrankungen positiv wirken, bei Altersleiden wie Demenz helfen und sogar bei Krebs.“

(Quelle:  GEO Ausgabe 3 / 2016/ Fasten – Warum kluger Verzicht die beste Medizin ist)

Einer der forschenden Experten ist  Andreas Michalsen, Professor an der Charite‘. In seiner Abteilung am Immanuel – Krankenhaus in Berlin Wannsee sind eine Ernährungstherapie und das Heilfasten feste Bestandteile der Therapie. Patienten mit dem Krankheitsbild Fibromyalgie können hier die richtige Begleitung finden. Michalsen vetrritt darüber hinaus die Meinung, dass auch das sogenannte Intervallfasten wirksam ist:

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Fasten

Ich habe zu einem Zeitpunkt mit Heilfasten angefangen, als Fasten unter ärztlicher Aufsicht weitestgehendst unüblich war, weshalb ich zuhause und meist alleine faste. Es kostet mich jedes mal Überwindung und ich brauche eine gewisse Willensstärke. Steht mir diese gerade nicht zur Verfügung, meldet dies mir mein Körper sofort. In solchen Situationen habe ich auch schon mal das Fasten abgebrochen. Selbstverständlich bespreche ich die Durchführung meiner Fastenkuren mit meiner Ärztin. Das ist vor allem notwendig, wenn eine gesundheitliche Einschränkung vorliegt oder regelmäßig Medikamente eingenommen werden. Nach wie vor faste ich nach der Methode Buchinger oder Lützner ,wobei ich mir immer offen lasse, wie lange ich fasten will.

Heute ist mein zweiter Fastentag und es geht mir sehr gut. Am vergangenen Montag habe ich einen Entlastungstag gemacht, an dem ich nur Obst und eine dünne Miso- suppe gegessen habe. Seit gestern gibt es nur noch Getränke. Am liebsten trinke ich einen speziellen Fasten – Tee aus dem Bioladen oder Wasser mit frischem Ingwer und Zitrone. Das schmeckt kalt oder warm. Mittags mache ich mir eine Instant – Gemüsebrühe. Morgens und abends gibt es einen mit Wasser verdünnten frisch gemachten Saft. Jahrelang habe ich mir für die Fastenkur Säfte gekauft, aber seit einem Jahr kann ich die Säfte mit einem Entsafter selber machen, was ich sehr empfehlen kann.

Wichtiger Bestandteil des Fastens ist die Darmreinigung, die man mit einem Irregator oder mit Glaubersalz vornehmen kann. Beides ist in der Apotheke erhältlich. Nach der Darmreinigung gibt es kaum noch ein Hungergefühl. Kein Verlangen nach Essen zu haben, ist ein äußerst ungewöhnlicher Zustand, den ich als befreiend und beglückend empfinde. Wieso ist das so? Was passiert im Körper beim Fasten? Ohne Zuckernachschub sinkt der Insulinspiegel und der Körper beginnt Fett zu verbrennen.

„Fasten kann das System wieder ins Lot bringen und die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin erhöhen“

(Dr. Prof. Andreas Michalsen/ Mit Ernährung heilen)

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